Ozeane

im Erdsystem

Sprecher:
Prof. Dr. Ulrich Bathmann | IOW, Warnemünde | 
ulrich.bathmann@io-warnemuende.de



Der Ozean im Erdsystem ist eine signifikante Nahrungs- und Einkommensquelle für den Menschen und wirtschaftliche Aktivitäten in seinem Zusammenhang nehmen rasant zu. Zudem ist der Ozean die weltweit wichtigste Transportroute mit stetig wachsender Bedeutung und spielt eine Schlüsselrolle bei der Rohstoff- und Energieversorgung. Rund ein Drittel der Öl- und Gasförderung findet heute in regionalen Meeren und Küstenregionen statt. Schnelle Wachstumssektoren sind Tourismus, Häfen und Wasserprojekte, lebende Meeresschätze und Blue Economy (nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen). 

Das Leibniz-Netzwerk Integrierte Erdsystemforschung wird Optionen für eine nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen und Ökosystemdienstleistungen entwickeln und unterstützen, sowie einen guten Umweltzustand in den marinen Systemen fördern. 

Foto by: arttmiss 2011 (CC BY-NC-ND 2.0)
Foto by: arttmiss 2011 (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Ozean enthält mehr als 50-mal soviel Kohlenstoff wie die Atmosphäre. Bisher hat er die anthropogenen Effekte von Kohlenstoffdioxid stark gemindert, indem er etwa ein Viertel dieser Emissionen auf sich nahm. Es wird jedoch erwartet, dass dieser ozeanische Anteil an der Klimaschutzminderung abnimmt, da durch Erwärmung, Versauerung, Sauerstoffentzug und andere vom Menschen verursachte Störungen die physikalischen, chemischen und biologischen Fähigkeiten des Ozeans zur Bindung von Kohlenstoff beeinträchtigt werden.


   Alle projizierten Wege, die die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen erfordern zusätzlich die aktive Entfernung von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre. Aktuell liegt dabei der Fokus auf landgestützten Methoden, was das Erreichen der Klimaschutzziele äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich macht.

         

     Das Wissen darüber, wie der Ozean zu den erforderlichen Anstrengungen zur Dekarbonisierung beitragen könnte, ist begrenzt. Über ozeanbasierte Ansätze zur Entfernung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid ist wenig bekannt. 

   


Der Ozean wird langfristig die vorherrschende Quelle für anthropogenes Kohlenstoffdioxid sein, doch die zunehmende Nutzung der Ozeane ist durch Trade-offs gekennzeichnet und führt zu potentiellen Konflikten. Stressoren für Ozeane entstehen durch natürlich auftretende Veränderungen, die einer Kombination verschiedener menschlicher Einflüsse überlagert sind. Aus diesem Grund müssen wir eine Kombination aus langfristigen regionalen und lokalen Ansätzen anwenden, um übergreifende menschliche und ökologische Faktoren und ihre Auswirkungen auf Meereszonen, sowie Land-Ozean-Übergangszonen zu bewerten. Auf diese Weise werden die verschiedenen Nutzungs- und Planungsszenarien des Menschen in den ausgewählten Meeresökosystemen identifiziert und die Größenordnung des Einzugsgebiets, sowie die Auswirkungen auf die Meeresumwelt bewertet. Wir werden potenzielle Zukunftsszenarien für den menschlichen Gebrauch angesichts des Klimawandels weiterentwickeln, insbesondere im Hinblick auf die zukünftigen Managementoptionen, die sich mit Minderungsstrategien in einem adaptiven und integrativen Managementrahmen befassen und diese entwickeln. 

Die Meeresraumplanung zielt darauf ab, Gebiete für unterschiedliche Nutzungskategorien abzugrenzen, um Konflikte bei der Nutzung von Gebieten und Ressourcen zu vermeiden. Zunehmende Nutzungen verstärken die Bedrohung der Küstengebiete. Ökologische Risiken, die durch die Kombination verschiedener Stressfaktoren entstehen, stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesellschaft dar, da sie die Ökosystemdienstleistungen und die natürlichen Funktionen des Meeres und seiner Bewohner beeinträchtigen. Die Dienste der Meere, auf die sich die Gesellschaft stützt, können sich auf unkontrollierbare Weise ändern.

 

Die Aspekte in den Erdsystemwissenschaften unterstützen direkt die Aktivitäten im Rahmen der Deutschen Meeresforschungsallianz, die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und die Entwicklung des globalen Rahmens für die biologische Vielfalt nach 2020. Ziel ist es, Aktivitäten im Rahmen der UN-Dekade der Ozeanwissenschaften für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen und einen Beitrag zur BMBF-Strategie zu leisten. Es ist notwendig, einen Fahrplan für die nachhaltige Nutzung und den Schutz von Maschinengebieten zu entwickeln. Die entwickelten Optionen berücksichtigen verwandte ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte.